Sonnenstrom-Steuer

Wirtschaft kritisiert Regierungspläne scharf

18.06.2014, 07:30 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Sonnendach

In Zukunft sollen auch Selbsterzeuger von Sonnenstrom EEG-Abgabe zahlen (Quelle: imago)

Privatleute und Unternehmen, die Sonnenstrom selbst erzeugen und verbrauchen, sind bisher von der EEG-Umlage befreit. Das soll sich nach Koalitionsplänen künftig ändern. Die deutsche Wirtschaft kritisiert jetzt die Pläne der Regierung scharf .

"Es ist paradox. Die Belastung der Eigenerzeugung steht dem Ausbau der Technologien entgegen, mit denen wir die Ziele der Energiewende erreichen wollen", sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der "Passauer Neuen Presse".

Je höher der zu leistende EEG-Umlagesatz für Eigenerzeugung, desto geringer sei die Bereitschaft von Unternehmen, in Erneuerbare Energien und hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung zu investieren und damit einen aktiven Beitrag zur Energiewende und zur Senkung der Emissionen zu leisten.

Belastung von 40 Prozent Die Unterhändler von Union und SPD hatten sich nach Angaben aus Koalitionskreisen vergangene Woche darauf geeinigt, dass Besitzer neuer Solaranlagen künftig eine Abgabe für selbst genutzten Strom zahlen sollen. Alle Selbstversorger vom Industrieunternehmen bis zum Bürger mit einer Solaranlage auf dem Dach sollen künftig 40 Prozent der Ökostromumlage je Kilowattstunde als "Soli" entrichten. Das wären derzeit rund 2,5 Cent.

Gastkommentar:

Ich halte es für selbstverständlich, dass jeder der sich zu Hause einen Kuchen backt, künftig einen Pflichtbeitrag an die Bäckerinnung abtritt.